Nachbarschaftsstreit - Kolb greift ein

Zur Sendung auf RTL Television:

Die Bekanntheit der Mediation wurde durch die Sendung Nachbarschaftsstreit - Kolb greift ein auf RTL deutlich gesteigert. Es handelt sich hierbei um das erste (und bisher einzige) Primetime-TV-Format im deutschen Fernsehen, in dem ein echtes Mediationsverfahren und die Arbeit eines Mediators mit den Medianden im Mittelpunkt stehen. Das Format mit Ernst Andreas Kolb hatte bis zu knapp drei Millionen Zuschauer (Erstausstrahlung am 29.07.2009, 05.08.2009, 12.08.2009, 19.08.2009, 26.08.2009). Es sei der Hinweis gestattet, dass die in dem Format bearbeiteten Fälle ausnahmslos authentisch und nicht gespielt sind.

Das Coaching-Format Nachbarschaftsstreit - Kolb greift ein war nominiert für die Goldene Kamera 2010 unter der Rubrik "Wer hilft am besten?" (HÖRZU-Leserwahl).

Auf RTL Now unter Button Staffel 1 können Sie - gegen Entgelt - alle 5 Folgen in ganzer Länge ansehen.

Das Medienecho zur Sendung:

sueddeutsche.de - Kultur - vom 30.07.2009

SpiegelONLINE - Kultur - vom 29.07.2009

WELT-ONLINE vom 30.07.2009

derStandard.at - vom 28.07.2009

Falter - Ausgabe 36/2009 vom 02.09.2009

Interview im DGM-Newsletter 2/2010

Meine Sicht der Dinge:

Die Mediation muss bekannter werden. Deswegen habe ich mich im Winter 2008/2009 davon überzeugen lassen, meine Arbeit vor laufender Kamera darzustellen. Leider ist die Umsetzung nur bedingt gelungen. Das Fernsehen braucht eindrucksvolle Bilder, kurz etwas, was die Menschen vor den Bildschirm fesselt. Mediation jedoch ist ein kontinuierlicher, ruhiger Vorgang, der sich über viele Tage/Wochen erstreckt bzw. erstrecken sollte.

Damit ist der Zielkonflikt vorgegeben zwischen einer qualitativ guten Sendung und der gewünschten Breitenwirkung, was nicht bedeuten soll, dass beim Fernsehen nur schnell produziert wird. Ganz im Gegenteil, Fernsehen ist sehr zeitintensiv. Für ein 45-minütiges Coachingformat werden mehrere Drehwochen benötigt. Auch für mich bedeutete jede einzelne Sendung mehrere Drehtage, was gleichzusetzen ist mit einer erheblichen Doppelbelastung (Dreh und Kanzlei im Hintergrund!). Da ich seit vielen Jahren (und ausgesprochen gerne) eine Full-Service-Anwaltskanzlei betreibe, die meine ungeteilte Aufmerksamkeit und vollen Einsatz für unsere Mandanten und die uns übertragenen Mandate erfordert, bleibt für laufende Fernseharbeit faktisch kein Zeitfenster mehr ....

Wenn beim Zuschauer "meiner" Sendung der Eindruck entstanden sein sollte, ich sei "glatt" im Auftreten oder meine Aussagen seien "zu unverbindlich" gewesen, der hat die "echte" Mediation und die Rolle des Mediators nicht begriffen. Der Mediator ist kein Ratgeber à la "Zwegat" oder "Super Nanny", er darf es nicht sein. Ist der Mediator wie ich auch Anwalt, dann verbietet sich selbstredend auch die Erteilung von Rechtsrat an die Medianden. Ebenso wenig passt es zum Berufsbild des Rechtsanwalts, mal der einen, mal der anderen Seite "Hilfestellung" anzubieten oder gar solche zu erbringen. Kurz: der Anwalt ist parteiisch und muss es auch sein, der mediierende Anwalt indessen hat sich allparteilich und neutral zu verhalten, irgendwelche Zwischenformen wie die Tätigkeit als Schlichter vertragen sich nach meiner Auffassung nicht mit dem anwaltlichen Berufsbild.

Zu guter Letzt sei mir auch der Hinweis gestattet, dass ich es auch nicht mitverantworten will, wenn Menschen im Fernsehen vorgeführt werden. Daher hatte ich mich noch vor Ausstrahlung der letzten Folge im Sommer 2009 entschlossen, das Format nicht weiterzumachen. Ich bitte die zahlreichen Zuschauer, die mich schriftlich oder im persönlichen Gespräch ermuntert haben, diese Arbeit fortzusetzen, um Verständnis für diesen meinen Entschluss. Ungeachtet dessen setze ich mein Ziel, die "echte" Mediation in Deutschland bekannter zu machen, fort - als Vorstand der Deutschen Stiftung Mediation.

Ihr Ernst Andreas Kolb